Neuigkeiten


29.04.2022: 20 % Kinderarmut? Unstatistik über Statistiktricks

Mangelnde Kenntnisse in der Mathematik, etwa der Statistik, sind nicht nur ein fachliches Defizit, sondern können auch das Verständnis gesellschaftlicher Debatten erschweren. Was genau ist Armut? Jeder hat eine ungefähre Vorstellung davon, aber gibt es auch eine eindeutige Definition dieses Begriffs? Nicht jeder, der in der politischen Diskussion aus welchen Interessen auch immer das Wort „Armut“ benutzt, legt seine Definition dazu offen. So manchem, der mit diesem Begriff Geld für sich, seine Klientele, Interessen oder Verbände anstrebt, mag es durchaus recht sein, daß dieses Wort bei den Zuhörern gewisse nicht immer berechtigte Emotionen auslöst.
So wurde vor kurzem wieder mal in der Presse die Meldung kolportiert, daß ein Fünftel der Kinder in Deutschland arm sei. Dazu muss man wissen, daß staatliche Stellen den Begriff Armut in der umstrittenen Definition des Sozialgesetzbuches (SGB) verwenden, wonach arm sei, wer weniger als 60 % des mittleren Einkommens hat. Nach dieser Definition ist nicht nur der Verhungernde unter fast Verhungernden nicht arm, wohl aber der Millionär unter Milliardären. Oder wie es der Beitrag „Jedes fünfte Kind in Deutschland gilt als arm - und das wird so bleiben“ der lesenswerten Artikelserie Unstatistik des RWI Leibniz-Institutes für Wirtschaftsforschung in Essen formuliert: „Das heißt, wenn sich das reale Einkommen aller Familien verdoppelt oder verdreifacht, gelten nach der aktuellen Definition weiterhin 20 Prozent aller Kinder als arm.“ Umgekehrt wären bei einer großen Einkommensverschlechterung der Mittelschicht etliche Familien offiziell nicht mehr arm, ohne daß sich ihr Einkommen auch nur um einen Cent erhöht hätte. Da sich die Einkommensverteilung nur langsam verändert, „ist der so berechnete Prozentsatz armer Menschen immer gleich“. Das ergibt nebenbei auch einen dauerhaften Arbeitsmarkt für die Betüttelungsindustrie aus Betreuern, Sozialarbeitern und anderen „Experten“.
Grundsätzlich wäre zu fragen, warum das unsinnige Wort „Kinderarmut“ in der Diskussion immer noch verwendet wird. Da Kinder üblicherweise zur Schule gehen und keine Erwerbsarbeit haben und nur in den seltensten Fällen über Einkünfte aus Immobilien oder größeren Wertpapierbeständen verfügen, ist der Begriff der (Einkommens-)Armut auf Kinder überhaupt nicht anwendbar.

11.02.2022: In eigener Sache: Bitte keine Faxe mehr!

Spam scheint ein abwärtskompatibles Phänomen zu sein. Seit längerer Zeit schicken mir gewisse Leute (Gauner? Idioten? Tagediebe?) Spamfaxe zu und verplempern mit ihren unerwünschten wie unnützen Mitteilungen mein Papier und meine Tinte, so daß das Farbband meines Faxgerätes mittlerweile leer ist. Ich gedenke nicht, es zu erneuern, um diese Belästigungen weiter zu ermöglichen. Seriöse Kontaktaufnahmen per Telefon, Mail oder bei Gelegenheit in persönlicher Ansprache sind weiterhin möglich und willkommen.

22.01.2022: Leistungsrückgang bei Grundschülern

Die Ständige wissenschaftliche Kommission der Kultusministerkonferenz (KMK) benennt in ihrem Arbeitsprogramm für 2022 die abnehmenden Lernerfolge von Grundschülern einen ihrer Schwerpunkte für das neue Jahr. Neben in großen Worten formulierten Banalitäten (etwa die Grundschule „als Lernort, in dem grundlegende (bildungs-)sprachliche und mathematische Kompetenzen [nicht Wissen! S.K.] erworben werden“) konstatiert die Kommission gestützt auf mehrere Quellen, daß „eine erhebliche, zum Teil auch zunehmende Zahl der Kinder in der Grundschule die fachlichen Mindeststandards in Deutsch und Mathematik nicht erreicht“ (Hervorhebungen durch S.K.).
Der Gorilla auf der Hollywoodschaukel, nämlich die Frage, warum die Grundschulen heute nicht mehr ihre Zeile erreichen, was sie früher jahrzehntelang geschafft haben, wird nicht zur Kenntnis genommen. Kinder, die nach vier Jahren auf die weiterführenden Schulen wechseln, haben mittlerweile im Durchschnitt nicht mehr ansatzweise das Grundwissen, das früher selbstverständlich war, und das bei sinkenden Anforderungen! In NRW etwa wurde unter Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) das schriftliche Dividieren, für Generationen ein als selbstverständlich anerkannter und auch erreichter Teil des mathematischen Grundwissens, aus den Lernplänen der Grundschulen fallen gelassen. Im 5. Schuljahr wirken die weiterführenden Schulen seit einigen Jahren unter hohem Zeitaufwand als Reparaturwerkstatt für die Grundschulen.
Die Coronapandemie wurde von der Politik als Vorwand benutzt, gewaltige Geldsummen auf genehme Zwecke zu lenken. Aber wichtiger als die Höhe der Gelder ist der Sachverstand, wie das Geld sowie personelle, materielle und nicht zuletzt immaterielle Ressourcen zielführend eingesetzt werden. Und da spricht die langfristige Entwicklung der Politik ein deutliches Urteil.

10.12.2021: Rätselspaß zum Jahresausklang

Allen Besuchern dieser Website frohe Weihnachten und ein gutes, gesundes neues Jahr. Als Gruß zum Jahreswechsel seien hier Mathematik- (und auch ein paar Physik-) -rätsel der Internetseite logisch-gedacht.de verlinkt.

10.10.2021: Warum haben intelligentere Schüler manchmal schlechtere Noten?

Das Phänomen, daß Kinder mit hohem IQ gelegentlich schlechtere Schulnoten erhalten, hat sich nach der Rückkehr aus dem Fern- in den Präsenzunterricht verstärkt gezeigt. Der Lehrstuhl für Psychologie IV der Julius-Maximilians-Universität Würzburg ist bei einer einjährigen, von der Karg-Stiftung finanzierten Studie mit Gymnasiasten zu dem Ergebnis gekommen, daß es für hochbegabte Schüler, die bisher mühelos gelernt haben, schwieriger sei, sich auf vielleicht erstmalig auftretende Lernprobleme einzustellen und Gegenstrategien anzuwenden. Nun soll ein Trainingsprogramm entwickelt werden, das den Lernerfolg von Schülern mit hohem wie durchschnittlichem IQ erhöhen soll, so die Pressemitteilung des Lehrstuhls beim Informationsdienst Wissenschaft.

10.10.2021: NRW im Bildungsmonitor auf Platz 12

Der Bildungsmonitor bewertet die Bildungssysteme der Bundesländer vom Kindergarten bis zur Hochschule anhand von zwölf Handlungsfeldern. Im aktuellen Bildungsmonitor 2021 hat Nordrhein-Westfalen den zwölften Platz erreicht. Die beiden ersten Plätze belegen mit Sachsen und Bayern zwei Länder, die die Verteilung der Grundschüler auf die weiterführenden Schulen von deren Leistungen und nicht vom Elternwillen abhängig machen. Am unteren Ende der Skala befinden sich u. a. Berlin und Schlußlicht Bremen. Diese Reihenfolge ähnelt derjenigen des IQB-Bildungstrends 2016.

Zu beachten ist, daß der Bildungsmonitor eine Aktion der Initiative „Neue soziale Marktwirtschaft“ ist, einer Lobbyorganisation von Arbeitgeberverbänden, was erklären dürfte, warum ein stärkeres Abschieben der Kinder aus den Familien in Ganztagsschulen, wodurch die Eltern problemärmer an ihren Arbeitsplätzen funktionieren, den Ländern eine bessere Bewertung beschert.

Die Internetseite insm-bildungsmonitor.de verlinkt u. a. die Einzelbewertungen in den Handlungsfeldern, eine Darlegung der Methodik und den vollständigen Bericht.

23.07.2021: Neuigkeitenarchiv 2020

Das Neuigkeitenarchiv ist um die Meldungen des Jahrgangs 2020 erweitert worden.

15.05.2021: Bitkom zeichnet Gymnasium Alsdorf als „Smart School“ aus

Gymnasium Alsdorf
Seit über einem Jahr muß der Schulunterricht häufig als Fernunterricht stattfinden, in der Regel via Internet. Der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e. V. (Bitkom), Interessenverband deutscher EDV-Unternehmen, hat das Daltongymnasium Alsdorf als eine von deutschlandweit 20 Schulen als Smart School ausgezeichnet. Als Kriterien nennt der Verband „digitale Infrastruktur, digitale pädagogische Konzepte und Lehrinhalte sowie digitalkompetente, entsprechend qualifizierte Lehrkräfte“, also Qualitäten, die sich aktuell im Fernunterricht bewähren. Eine ausführliche Darstellung des Interessenverbands Bitkom findet man auf dessen Webpräsenz.

29.04.2021: Und es geht doch - ein Berliner Schulleiter macht es vor

„Wenn die Kinder nach der Grundschule nicht das kleine Einmaleins oder nicht richtig lesen können, ist etwas komplett falsch gelaufen.“ Dieser Satz wird häufig zitiert, wenn es um das Buch „Wahnsinn Schule. Was sich dringend ändern muss“ (Rowohlt, 256 Seiten, ISBN 3737100942) des Schulleiters Michael Rudolph und der Bildungsjournalistin Susanne Leinemann geht. Rudolph setzt in seiner Schule, der Berliner Friedrich-Bergius-Schule, auf klare Regeln, Disziplin und Leistung, und der Erfolg gibt ihm Recht. War diese Sekundarschule bei seinem Amtsantritt noch eine gemiedene Brennpunktschule, so haben sich die Leistungen der dortigen Schulabgänger mittlerweile deutlich gesteigert, und die Schule erhält mehr Schülerbewerbungen, als sie Plätze vergeben kann. Im Magazin „ZIBB“ des RBB war er vor einiger Zeit zu Gast. Das Gespräch mit ihm und eingespielte Berichte sind auf der Website des Senders als Video zu sehen. Über gescheiterte, moderne Unterrichtskonzepte sagt er etwa in Minute 15, sie „haben uns den Trümmerhaufen dann hinterlassen, den sie pädagogisch angerichtet haben“.

Eine vierzigseitige Leseprobe seines Buches findet sich bei medien.ubitweb.de. Dringend zur Lektüre empfohlen sind darin die Kapitel „Es fehlen die Grundlagen“ über die gewaltigen Defizite Berliner Grundschüler (In Berlin dauert die Grundschule übrigens sechs Jahre.) sowie „Das Theater mit der Schulinspektion“, die von der unfaßbaren Einstufung der Friedrich-Bergius-Schule als Lehranstalt „mit erheblichem Entwicklungsbedarf“ durch die Berliner Schulinspektion aus weltfremdem, theoretischen, um nicht zu sagen ideologischen Begründungen berichtet, obwohl die Inspektoren die Leistungserfolge, die Motivation der Schüler wie auch die konstruktive Atmosphäre zur Kenntnis nahmen!

31.03.2021: Innenansicht einer Berliner Grundschule - eine Buchrezension

Von 15 Jahren machte die Berliner Rütli-Hauptschule durch die massiven Defizite ihrer Schüler Schlagzeilen. Daß derartige Schülerschaften kein Einzelfall mehr sind, belegt auch das kürzlich erschienene Buch „Leaks aus dem Lehrerzimmer. Mein Jahr als Lehrerin an der Grundschule des Grauens“ von Katha Strofe. Die pseudonyme Autorin beschreibt, wie mangelnde häusliche Erziehung, geringe Lernbereitschaft und -fähigkeit sowie eine falsche und übergroße Zuwanderung einen normalen Schulalltag an ihrer Grundschule in einem Berliner Problembezirk, die von ihr als „Kaspar-Hauser“-Grundschule vorgestellt wird, unmöglich machen. Der Irrsinn der Inklusion verschärft diese Probleme zusätzlich so wie auch der Mangel an sonderpädagogischem Personal und der häufige Ausfall des Deutschunterrichtes in Berlin, wo die Politik mit dem Schulwesen genauso wenig zurechtkommt wie mit dem Bau von Flughäfen.
Anabel Schunke ergänzt in ihrer kundigen, keineswegs unkritischen Buchbesprechung bei achgut.com die Analyse, die die junge Autorin schuldig bleibt.

13.02.2021: Bildung in Zeiten des Virus

Viele von uns können das Wort "Corona" nicht mehr hören. Dennoch hat das Virus einen Einfluß auf die Schulen. Ein Video bei Welt online zeigt die Lage im Großen wie im Kleinen. Der Rückgang der Bildung hierzulande äußert sich in den kürzlich ermittelten nur noch mittleren Plätzen deutscher Grundschüler in Mathematik und Naturwissenschaften im internationalen Vergleich (in beiden Bereichen führen ostasiatische Völker). Daneben spricht eine dreizehnjährige Schülerin über ihren Alltag und ihre Erwartungen in der Phase des Fernunterrichts. Das Video kann auf der Website von welt.de angesehen werden.


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