Neuigkeiten


19.07.2017: Brandbrief von 130 Dozenten: Kompetenzorientierung verschlechtert Mathematikkenntnisse

"Den Studienanfängern fehlen Mathematikkenntnisse aus dem Mittelstufenstoff", so haben es rund 130 Professoren, Lehrer u. a. Dozenten in einem offenen Brief an Bildungspolitiker aus Bund und Ländern formuliert. In ihrem Schreiben, das mehrere statistische Untersuchungen über den niedrigen Leistungsstand vieler Studenten zitiert, nennen die Verfasser vor allem die sogenannte "Kompetenzorientierung" als neues Paradigma der schulischen Ausbildung als Ursache der rapide schwindenden mathematischen Fähigkeiten. "Im Rahmen der Kompetenzorientierung, die der ganzen Republik in Form von Bildungsstandards [Bil] vorgeschrieben wird, wurde der Mathematik-Schulstoff so weit ausgedünnt, dass das mathematische Vorwissen von vielen Studienanfängern nicht mehr für ein WiMINT- Studium ausreicht." Die Hervorhebungen sind aus dem Original übernommen, WiMINT bedeutet Wirtschaft, Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik.
Die auch schon an dieser Stelle kritisierten Aufgabenstellungen in Abiturprüfungen werden ebenso aufgegriffen. "In vielen Veröffentlichungen wiesen Hochschulprofessoren bereits darauf hin, dass Abituraufgaben im „Modellierungsstil“ zur Vorbereitung auf ein MINT-Studium kontraproduktiv und mit Verlust an mathematischem Niveau behaftet sind".
Der offene Brief endet mit sechs Forderungen zur Verbesserungen des schulischen Mathematikunterrichtes. Angehängt sind 25 Aufgaben, die nur von wenigen Studienanfängern mit bestandenem Abitur richtig gelöst worden sind. Der offene Brief wurde über den Tagesspiegel veröffentlicht und ist dort im Original als PDF-Dokument einzusehen.

19.07.2017: Schöne Ferien mit einem erweiterten Archiv

Die öffentlichen Schulen und viele private Bildungsträger sind nun, abgesehen von einigen Ferienseminaren und Nachprüfungskursen, in den Sommerferien. Pünktlich zum Ferienbeginn ist das Neuigkeiten-Archiv um erste Meldungen des laufenden Jahres ergänzt worden.

11.07.2017: Brandenburger Abiturpanne III - Kann sich die Panne wiederholen?

Ob Politik und Schulbehörden in Brandenburg aus der Pleite beim diesjährigen Mathematikabitur die Konsequenzen gezogen haben, so daß eine derartige Panne künftig nicht wieder vorkommen kann, ist nicht sicher. Ein Bericht der TV-Nachrichten "Brandenburg aktuell" des RBB Brandenburg vom 5. Juli läßt eine Schulleiterin und die Opposition im Potsdamer Landtag zu Wort kommen, die auf das Fehlen geeigneter Aufgaben - und das kurz vor den großen Ferien - und den Lehrermangel hinweisen.

06.06.2017: Brandenburger Abiturpanne II - Gutachten des Bildungsausschusses

Der Bildungsausschuß des Brandenburger Landtages hat ein Gutachten vorgelegt, in dem das Debakel im Mathematikabitur (s. u. Meldung vom 15.05.) untersucht worden ist. Das Magazin "Brandenburg aktuell" des RBB Brandenburg berichtete am 01.06. über die Vorstellung der Ergebnisse des Gutachtens in einer Pressekonferenz. Leider geht der Beitrag auf einige bemerkenswerte Einzelheiten nicht weiter ein. Hieß es zunächst, daß an 23 von 137 höheren Schulen die Oberstufen-Mathematik unvollständig gelehrt wurde, wird nun mitgeteilt, daß rund 42 % der Prüflinge an 113 Schulen (!) ihre Mathematikprüfungen nachholen werden. Ebenso bleiben die verharmlosenden ("Mißverständnisse") bis schnoddrigen ("dumm gelaufen") Äußerungen des zuständigen Bildungsministers Günter Baaske (SPD) unkommentiert.

15.05.2017: Die nächste Abiturpanne, dieses Mal in Brandenburg

Brandenburgische Schüler, die in diesem Jahr ihre Abiturprüfung in Mathematik abgelegt haben, bekommen die Möglichkeit, die Prüfungen nachzuholen, weil einige Schulen den Pflichtstoff nicht durchgenommen haben. Seit 2014 sieht der Rahmenlehrplan des Bundeslandes den natürlichen Logarithmus als obligatorischen Inhalt vor. Doch als Logarithmusfunktionen im diesjährigen Abitur abgeprüft wurden, stellte sich heraus, daß 23 von 137 höheren Schulen in Brandenburg dieses verpflichtende Thema nicht gelehrt hatten.
Weiterführende Informationen zum Thema bietet ein Bericht der Berliner Morgenpost, des weiteren ein Beitrag mit Video und Text von RBB Brandenburg, in dem die bemerkenswerte Mitteilung zu lesen ist, daß sich auch "Schulleitungen beim Ministerium beschwert" hätten. Bleibt zu hoffen, daß die Medien den Fall weiter im Auge behalten werden.


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