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05.06.2019: Mehr erfolglose Führerscheinprüfungen

Wie das lokale Anzeigenblatt Super Sonntag in seiner letzten Ausgabe vom 2. Juni berichtet, hat sich der Anteil der gescheiterten theoretischen wie praktischen Fahrprüfungen von 2016 auf 2017 um jeweils 2 % erhöht. Unter Berufung auf Fahrlehrer aus der Region werden als Gründe u. a. umfangreichere Fragenkataloge und geänderte Prüfungsarten, etwa Fragen zu kurzen Filmeinspielungen, genannt. Aber auch gesunkene Konzentrationsfähigkeit und Aufmerksamkeit erschweren es jungen Fahrschülern, die für Autofahrer erforderliche Fähigkeit auszubilden, Informationen aus mehreren Quellen (andere Verkehrsteilnehmer, Verkehrsschilder, eigene Armaturen) zu verarbeiten. Das deckt sich mit einer Mitteilung der rheinischen und westfälischen Fahrlehrerverbände vor etwa einem Jahr. Diese nannte noch eine weitere bemerkenswerte Ursache: Immer mehr junge Leute können mittlerweile nicht mehr Fahrrad fahren.

02.06.2019: Michael Winterhoff über gravierende Entwicklungsrückstände bei vielen Jugendlichen

Der Bonner Kinder- und Jugendpsychiater Michael Winterhoff stellt in seinem neuen Buch "Deutschland verdummt. Wie das Bildungssystem die Zukunft unsere Kinder verbaut – und was wir ändern können" die These auf, daß etwa 50 % der Kinder und Jugendlichen in ihrer mentalen Entwicklung weit hinter einem altersgemäßen Stand zurückbleiben, weil ihnen dauerhafte Bezugspersonen fehlen, die als Vorbilder für viele kleine alltägliche Fähigkeiten dienen könnten. In der Onlineausgabe der Stern sieht er im Interview "Lehrer haben einen großen Teil von Schülern da sitzen, die Kleinkinder geblieben sind" etwas abweichend vom Untertitel seines Buches teilweise auch Elternhäuser und die Digitalisierung in der Verantwortung, wenn z. B. Fünfjährige nicht mehr Spiele und Spielgefährten aus dem Kindergarten nennen können.
Auf diese Tendenz, die nach Winterhoff um 1995 einsetzte, reagiere das Bildungssystem denkbar falsch. "1995 konnten die Kinder [am Ende der Grundschulzeit, S.K.] noch drei- bis viertausend Wörter richtig schreiben, in schöner Schrift und völlig sicher. Wenn Sie sich das heute angucken, ist das einfach traurig und auch fahrlässig." Die Schulen setzen auch bei Kindern mit diesen Rückständen auf Selbständigkeit, "autonomes Lernen (Kinder erarbeiten sich alles alleine), individuelles Lernen (Kinder entscheiden, auf welchem Niveau sie lernen) und Lehrer und Erzieher, die ihrem eigentlichen Beruf gar nicht mehr nachgehen, sondern nur noch sogenannte Lernbegleiter sind" seien Irrwege. Natürlich begegnet ein Kinderpsychiater nicht den vielen normal entwickelten jungen Leuten, wie Winterhoff selbst einräumt. Aber die bemerkenswerten Beobachtungen aus seiner Praxis machen das Interview sehr lesenswert bis zum treffenden Fazit: "Die Veränderung des Bildungswesens kommt ja nicht von Lehrern oder Eltern, sondern ist eine Idee der OECD und von Ideologen gewesen und über die Bildungspolitik von oben nach unten durchgedrückt worden."

17.04.2019: SWR2 über das Gymnasium Alsdorf

Gymnasium Alsdorf
Am Daltongymnasium in Alsdorf besuchen die Schüler für etwa zehn Stunden in der Woche Unterricht im selbständigen Lernen, den sogenannten Daltonunterricht. Die Schüler der Oberstufe haben die Möglichkeit, einige dieser Stunden selbständig zu terminieren, etwa um morgens auszuschlafen oder um Freistunden sinnvoll zu nutzen. Über dieses Gleitzeitmodell hat das Radioprogramm des SWR2 neulich berichtet. Eine Audioaufnahme des Beitrags kann auf der Website des Senders online angehört werden.

14.03.2019: Ein besonderes Datum

14. März, 14.03., 3-14. Eine Zahlenkombination, die den einen oder anderen an den Geometrieunterricht in der Schule erinnert. Richtig, so fängt die Kreiszahl π (Pi) an. In Amerika wird deshalb an diesem Tag der Pi-Tag (zur englischsprachigen Website piday.org) begangen.

01.02.2019: Manfred Spitzer über die Gefahren durch Smartphones

Seit einigen Jahren diagnostizieren Lehrer immer häufiger bei Schülern Mängel in Grundfertigkeiten wie Rechtschreibung, Kopfrechnen oder Leseverstehen, ebenfalls seit einigen Jahren besitzen fast alle Jugendliche Smartphones, die teilweise immer noch „Handy“ genannt werden, obwohl sie eigentlich tragbare Rechner sind, die nebenbei auch eine Telefonfunktion haben.
Manfred Spitzer, Professor für Psychiatrie und Leiter der psychiatrischen Uniklinik Ulm, warnt seit langem vor den Folgen exzessiver Smartphonenutzung wie Kurzsichtigkeit, nachlassender Konzentrationsfähigkeit und mangelhaften sozialen Fertigkeiten. Im Fernsehmagazin zibb vom RBB Brandenburg stellte er in der Sendung vom 29.01.2019 sein neues Buch „Die Smartphone-Epidemie. Gefahren für Gesundheit, Bildung und Gesellschaft“ vor und gab Auskunft über seine Erkenntnisse. Auf der Website des Magazins ist ein Video der Sendung mit einem Interview mit Professor Spitzer sowie ein Wortbeitrag („An Bildschirmen lernt man weder Handschrift noch Rechtschreibung, weder Kopfrechnen noch Kartenlesen“) zu sehen. Vor allem die Schlußphase des Interviews ab Minute 8 nach einem Einspieler ist dringend zu empfehlen!


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