Neuigkeiten: Archiv 2017


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11.07.2017: Brandenburger Abiturpanne III - Kann sich die Panne wiederholen?

Ob Politik und Schulbehörden in Brandenburg aus der Pleite beim diesjährigen Mathematikabitur die Konsequenzen gezogen haben, so daß eine derartige Panne künftig nicht wieder vorkommen kann, ist nicht sicher. Ein Bericht der TV-Nachrichten "Brandenburg aktuell" des RBB Brandenburg vom 5. Juli läßt eine Schulleiterin und die Opposition im Potsdamer Landtag zu Wort kommen, die auf das Fehlen geeigneter Aufgaben - und das kurz vor den großen Ferien - und den Lehrermangel hinweisen.

06.06.2017: Brandenburger Abiturpanne II - Gutachten des Bildungsausschusses

Der Bildungsausschuß des Brandenburger Landtages hat ein Gutachten vorgelegt, in dem das Debakel im Mathematikabitur (s. u. Meldung vom 15.05.) untersucht worden ist. Das Magazin "Brandenburg aktuell" des RBB Brandenburg berichtete am 01.06. über die Vorstellung der Ergebnisse des Gutachtens in einer Pressekonferenz. Leider geht der Beitrag auf einige bemerkenswerte Einzelheiten nicht weiter ein. Hieß es zunächst, daß an 23 von 137 höheren Schulen die Oberstufen-Mathematik unvollständig gelehrt wurde, wird nun mitgeteilt, daß rund 42 % der Prüflinge an 113 Schulen (!) ihre Mathematikprüfungen nachholen werden. Ebenso bleiben die verharmlosenden ("Mißverständnisse") bis schnoddrigen ("dumm gelaufen") Äußerungen des zuständigen Bildungsministers Günter Baaske (SPD) unkommentiert.

15.05.2017: Die nächste Abiturpanne, dieses Mal in Brandenburg

Brandenburgische Schüler, die in diesem Jahr ihre Abiturprüfung in Mathematik abgelegt haben, bekommen die Möglichkeit, die Prüfungen nachzuholen, weil einige Schulen den Pflichtstoff nicht durchgenommen haben. Seit 2014 sieht der Rahmenlehrplan des Bundeslandes den natürlichen Logarithmus als obligatorischen Inhalt vor. Doch als Logarithmusfunktionen im diesjährigen Abitur abgeprüft wurden, stellte sich heraus, daß 23 von 137 höheren Schulen in Brandenburg dieses verpflichtende Thema nicht gelehrt hatten.
Weiterführende Informationen zum Thema bietet ein Bericht der Berliner Morgenpost, des weiteren ein Beitrag mit Video und Text von RBB Brandenburg, in dem die bemerkenswerte Mitteilung zu lesen ist, daß sich auch "Schulleitungen beim Ministerium beschwert" hätten. Bleibt zu hoffen, daß die Medien den Fall weiter im Auge behalten werden.

07.03.2017: Michael Klonovsky über Lesen durch Schreiben

"Ein funktionierendes System wird schrittweise im Namen speziell jener Lernschwachen demoliert, die lernschwach bleiben, während die besseren Schüler in ihrem Elan gebremst werden." In seinem lesenswerten Onlinetagebuch Acta diurna berichtet der frühere FOCUS-Journalist Michael Klonovsky unter dem 19.02.2017, wie das einstige "Muschterländle" Baden-Württemberg in Bildungsvergleichen seit Einführung der verhängnisvollen Lesen-durch-Schreiben-Methode zurückgefallen ist. Bei dieser Lehrmethode werden Grundschüler angehalten, so zu schreiben, wie sie es nach ihrem Gehör für richtig halten, ohne daß Fehler korrigiert werden. Falsche Schreibgewohnheiten versucht man erst später, wenn sie sich schon eingeschliffen haben, abzustellen. Klonovsky erwähnt einen Vater, der anhand älterer Deutsch-Lehrbücher feststellen mußte, daß "vor einem Vierteljahrhundert die Lernziele im Deutschunterricht am Ende der ersten Klasse ungefähr jenen entsprachen, die heute für das Ende der zweiten anberaumt sind".
Kontroverse Leserbriefe zu diesem Eintrag stellt Klonovsky unter dem 22.02. und dem 26.02. vor.

15.02.2017: Neuer Download

Das Physik-Lehrdokument über die lineare und die Kreisbewegung erfreut sich offenbar großer Beliebtheit, denn es wird seit langem häufig heruntergeladen. Ab sofort ist es in überarbeiteter Form im Download-Bereich verfügbar.

13.02.2017: Und schon wieder Hamburg: Hauptsache die Statistik stimmt

Im Dezember 2016 wurde an Hamburger Gymnasien und Stadtteilschulen eine Vorbereitungsklausur auf das Mathematikabitur geschrieben, bei der die Schüler mit einer Durchschnittsnote von 3,9 bewertet wurden und die der Bildungspolitik der Hansestadt eine schallende Ohrfeige erteilte. Das konnte Schulsenator Ties Rabe (SPD) natürlich nicht gefallen, und so ließ er per Obrigkeitsanordnung ganz einfach das Ergebnis um eine Note anheben. Als offizielle Begründung wird angegeben, daß in der Klausur drei statt im bisherigen Abitur zwei Unterrichtsreihen abgeprüft wurden und sie vor der Vorbereitungsphase auf die Prüfungen stattfand. Da stellt sich die Frage, warum man nicht vorher besser geplant hat, anstatt nachher die Statistiken aufzuhübschen. Ging man bislang davon aus, daß ein regelmäßiger Unterrichtsbesuch die Schüler hinreichend auf Prüfungen vorbereitet, werden im Hamburg nun zusätzliche Mathematikstunden in der unterrichtsfreien Zeit angesetzt und die Lehrer "in das Landesinstitut für Lehrerfortbildung eingeladen".
Das Bundesland war bereits 2014 und 2015 mit zweifelhaften Maßnahmen beim Abitur aufgefallen. Ausführlichere Berichte über die Notengebung des Senators über die Köpfe der Lehrer hinweg können bei der Hamburger Morgenpost, dem NDR und bei hamburg.de gelesen werden.

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